Der eigene Onlineshop

An dieser, vermeintlich leichten Variante, sind schon einige gescheitert. Um euch diese negative Erfahrung zu ersparen, möchte ich euch auf dieser Seite das kleine 1×1 des erfolgreichen online Handels näher bringen. Zu allererst, benötigt man ein Konzept. Man sollte ehrlich zu sich selbst sein und sich folgende Fragen beantworten:


Was möchte ich verkaufen? (Welche Artikel möchte ich anbieten?)

Diese Frage entscheidet über das gesamte Konzept eures Onlineshops und wie das Layout, das Marketing und die Ausgaben aussehen. Achtet bei der Suche nach Quellen auf die Seriosität der Händler. Plattformen wie „Melango.de“ oder Angebote, die zu günstig aussehen um wahr sein zu können, sind Betrug. Niemand schenkt euch etwas. Solltet ihr dennoch den Fehler gemacht haben und euch auf einer dieser Plattformen angemeldet haben und auch prompt Rechnungen oder Mahnungen über eine entsprechende Mitgliedschaft in eure Emailpostfach oder gar Briefkasten flattern, reagiert einfach nicht. Wenn nämlich nicht eindeutig und sofort ersichtlich, neben der Anmeldung die Kosten aufgeführt wurden, so hat diese Mahnung keinen Wert. Das wissen diese besagten Firmen auch. Das schlimmste was euch also passieren kann, ist eine weitere Mahnung. Danach hört ihr nichts mehr.

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Achtet auch bei B2b oder B2c Plattformen wie Alibaba.com auf unseriöse Angebote. Einmal per Western Union bezahlt, hat schon so mancher weder Geld noch Ware von dem vermeintlich freundlichen Händler aus Fernost oder Übersee wieder gesehen. Am Besten ihr wickelt die Bezahlung über PayPal ab. Hier gibt es einen Käuferschutz, mit dem ich persönlich bislang sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Wie viel kann ich investieren?
Zum verkaufen eines Artikels, müsst ihr diesen logischer Weise erst einmal selbst einkaufen. Dabei ist auch klar, dass die Menge der Artikel die ihr kauft, über den Gewinnertrag entscheidet. Wenn ihr 10 Kugelschreiber beim Hersteller für 40 Cent/Stück einkauft, so kostet euch das gleiche Produkt bei einer Bestellung von 1000 Kugelschreibern bspw. nur 10 Cent/Stück. Je mehr Risiko ihr also bereit seid zu gehen, desto größer ist eure Gewinnspanne.

Brauche ich eine Lagerhalle oder entsprechende Räumlichkeiten?
Das hängt von der Art des Verkaufsproduktes und der Menge ab. Wenn ihr Kugelschreiber verkauft, wird die Lagerung kein Problem sein. Wenn ihr jedoch Waschmaschinen vertreibt, solltet ihr euch Gedanken um die Lagerung machen.

Wieso sollten die Verbraucher ein Produkt ausgerechnet bei mir kaufen?
Das beste Kaufsargument für den Kunden ist immer noch der Preis. Ihr solltet also vor dem Kauf explizite Nachforschungen bei der Konkurrenz im Internet anstellen, ob ihr das Produkt wirklich günstiger anbieten könnt. Niemand. Ich wiederhole. Wirklich NIEMAND wird ein Produkt bei euch kaufen, das es wo anders viel günstiger gibt. Unterschätzt dabei die Aufspürungskunst des Kunden nicht. Billige Artikel bleiben nie lange unentdeckt.

Wo und wie werbe ich für mein Produkt?
Gerade im Ebay-Zeitalter ist die Frage nach den Vertriebsmöglichkeiten eurer Produkte im Internet von enormer Bedeutung. Grundsätzlich kommt ihr auch beim Geschäftsmodell des eigenen Onlinehandels an der üblichen Suchmaschinenoptimierung nicht vorbei. Jedoch gibt es bei diesem Geschäftsmodell einen enormen Vorteil. Im Gegensatz zum Vertrieb über das Affiliate Geschäftsmodell. Dieser Vorteil heißt Preisvergleich . Ihr könnt eure Produkte zum Beispiel völlig kostenlos in der größten Produktsuchmaschine der Welt namens Google-Base anbieten und so täglich Millionen potenzielle Kunden erreichen. Dazu kommen weitere Plattformen und Preissuchmaschinen wie Billiger.de , Kelkoo , Ebay , Amazon , Günstiger , Geizhals , Preissuchmaschine.de , Preis.de und und und…

Welche laufenden Kosten fallen an?
Webhosting (Domain, Server ec.), Wareneinkauf, Ebay oder Amazongebüren, Personal, Marketing, Versand sind kosten verursachende Punkte, die man im Vorfeld genau durchkalkulieren sollte. Achtet zusätzlich bei der Wareneinfuhr aus dem Ausland auf die anfallenden Zollkosten.

Habt ihr alles, könnt ihr anfangen euch euren Onlineshop einzurichten. Hier sind einige hervorragende kostenlose Open Source Shopsysteme im Überblick:

  • OsCommerce
  • xt:Commerce
  • Bigware
  • Magento
  • ZenCart
  • FWP Shop
  • Prestashop
  • DashCommerce
  • LiteCommerce
  • VirtueMart

xt:Commerce ist wohl der bekannteste und meiner Meinung nach auch der vielschichtigste. Gute Erfahrungen habe ich auch mit der OsCommerce- Weiterentwicklung „Bigware“ gemacht.

Nach der recht einfachen Installation eines dieser Shopsoftwarepakete, könnt ihr anfangen eure Artikel einzuspeisen. Im Adminbereich eures jeweiligen Webshops, legt ihr dann ein Produkt an und tragt in die unterschiedlichen Felder die passenden Werte eures Produktes ein. Name, kurze Beschreibung, Lange Beschreibung, Bild, Preis, Verfügbarkeit, Menge, Artikelzustand etc. Wenn ihr bereits eine Liste eures Warenbestandes im CSV oder XML Dateiformat habt, könnt ihr dieses entweder über eine Schnittstelle eures jeweiligen Shops im Adminbereich oder über das MySql Interface importieren. Habt ihr alle Artikel angelegt, so müsst ihr jetzt eine Liste eueres Warenbestands für den Import in die jeweiligen Preisvergleiche exportieren. Das macht ihr ebenfalls über ein Export Modul eures jeweiligen Shopsystems. Falls nicht vorhanden, über die Exportfunktion im MySQL Interface. Dort könnt ihr eure Daten in zwei unterschiedlichen Formaten exportieren. Im CSV oder im XML Format. Seltener auch im TXT Format. Die meisten Preisvergleiche benötigen das CSV Format und genau in diesem Format solltet ihr eure Artikel auch exportieren. Habt ihr eure Daten aus irgendwelchen Gründen nur im xml oder txt Format, wandeln wir diese in eine csv Datei um.

Dafür und für den weiteren Verlauf benötigen wir ein Tabellenverarbeitungsprogramm. Ich empfehle hier Open Office Calc (kostenlos hier). Exel wäre eine Alternative. Mit OpenOffice Calc einfach die jeweilige Datei öffnen, bearbeiten und ins beliebiges Dateiformat abspeichern.

Google Produkts (früher Google Base oder Froogle)
Um euren Warenbestand in die größte und kostenlose Preissuchmaschine der Welt namens GoogleProdukts zu importieren, benötigt ihr zu aller erst ein Googlekonto. Dann meldet ihr euch bei Gbase an. Danach könnt ihr eure Artikel im durch Tabulatoren getrenntem txt Dateiformat oder im xml Format zu Google Base hoch laden. Google Produkts benötigt einige Pflichtwerte die ihr in der Kopfzeile angeben müsst.

Pflichtfelder:
beschreibung • id • link • preis • titel • zustand • versand

Emfolen:
bild url • ean • gewicht • isbn • marke • mpn • Optional: breite • farbe • größe • herstellungsjahr • höhe • kompatibel mit • länge • menge • modellnummer • preisart • produktart • standort • verfallsdatum • zahlungshinweise • zahlungsmethode

Beispiel einer GoogleProdukts txt-Datei

Manche Shopsysteme bieten auch die Möglichkeit, die Produkte direkt zu den großen Preisvergleichen zu exportieren.

Ebay
Meldet euch bei ebay an. Danach könnt ihr anfangen einzelne Artikel, die gut laufen könnten und die ihr konkurrenzlos günstig anbieten könnt, zum Verkauf anzubieten. Ebay ist derzeit noch einer der lukrativsten Marktplätze. Verliert meiner Meinung nach aber aufgrund der Ebaygebühren immer mehr an Attraktivität.

Amazon
Ähnlich wie Ebay. Bis vor kurzem musste man, um bei Amazon verkaufen zu können, eingeladen werden. Die verantwortlichen bei Amazon haben aber anscheinend gemerkt, dass sie sich diesen Luxus, angesichts der ständig wachsenden Konkurrenz, nicht länger erlauben können. Es ist nun also ohne weiteres möglich sich dort anzumelden. Auf Amazon bezahlt ihr so lange nichts, bis euer Artikel verkauft wurde. Danach werden 1,14€ + eine prozentuale Gebühr pro verkauften Artikel fällig. Wenn ihr mehr als 35 Artikel im Monat über Amazon verkaufen wollt, könnt ihr auch einen Basispreis von 44,85€ zahlen und dann eine unbegrenzte Anzahl an Artikel verkaufen.

Billiger.de
Billiger.de ist eines der größten Shoppingportale Deutschlands. Auch hier ist die Anmeldung für Onlineshops kostenlos. Ihr bezahlt immer dann, wenn ein Kunde von Billiger.de zu euch weitergeleitet wird einen Festbetrag von 0,38€. Wenn ihr einen „Partner-Button“ von billiger.de in eure Seite einbaut, sinkt diese Gebühr auf 0,28€/Klick. Ein Mindestumsatz von 20€/Monat ist Voraussetzung.

Kelkoo
Kelkoo.de ist die Shoppingsuche von Yahoo. Dementsprechend bekannt und gut besucht ist diese auch. Eine Basispartnerschaft als Onlineshop ist dort in Zukunft für 25€ möglich. Danach könnt ihr eure gesamte Produktpalette auf Kelkoo hoch laden. Seit dem 18. Februar 2010 ist eine Basispartnerschaft, aufgrund einer angeblichen Systemumstellung, vorübergehend nicht möglich. Böse Zungen sprechen mittlerweile davon, dass diese Einschränkung die Kunden zu einer teureren Premium-Partnerschaft animieren soll. Für eine Premium-Partnerschaft schreibt ihr eine Email an folgenden Adresse: Premium- Partner@kelkoo.de

Günstiger.de
Ein weiterer großer Preisvergleich ist Günstiger.de. Für weitere Informationen zum listen der Produkte, setzt euch auch hier mit den Verantwortlichen unter folgender Emailadresse in Verbindung: haendlerinfo@guenstiger.de

Geizhals.at
Geizhals ist ein sehr beliebter Onlinepreisvergleich, der immer mehr an Population gewinnt. Zu den Voraussetzungen einer Partnerschaft, gehören unter anderem ein Gewerbenachweises und eine Kopie des Handelsregisterauszugs, in dem euer Unternehmen eingetragen sein muss. Um weitere Informationen zu erhalten, müsst ihr euch mithilfe dieses Kontaktformulars mit Geizhals in Verbindung setzen.

Preissuchmaschine.de
Auch die Verantwortlichen der Preissuchmaschine.de setzen weiteren Infos, eine Kontaktaufnahme eurerseits unter folgender Emailadresse voraus: mitmachen@metashopper.de

Es gibt noch hunderte weitere Preisvergleiche, in die ihr euren Warenbestand einpflegen könnt.


Dropshipping

Mit der Dropshipping-Variante ist es möglich, ohne vorherige Investitionen und Verkaufsrisiken als Händler zu fungieren. Ein Händler bietet ein Produkt zum Verkauf an. Ihr seht dieses Produkt und findet es unschlagbar günstig. So günstig, dass es sich noch mit einer Preissteigerung verkaufen ließe. Jetzt besteht die Möglichkeit, jenes Produkt auf anderen Märkten zum Verkauf an zu bieten, bevor ihr es selbst eingekauft habt. Nach dem ihr den Artikel verkauft habt, bestellt ihr das besagte Produkt direkt zum Kunden oder zuerst zu euch und dann zum Kunden.

Beispiel:
Ihr seht bei XY ein Notebook für 500€. Dieses Notebook kostet überall anders 650€. Ihr geht jetzt also zu Ebay und bietet dort das Notebook für 600€ an. Die Verkaufschancen stehen gut, da alle anderen Ebay-Händler das Notebook für 650€ anbieten. Nachdem es verkauft ist, wartet ihr, bis der Käufer den Laptop (natürlich auf euer Konto) bezahlt hat. Nach dem Erhalt des Zahlungseinganges, geht ihr zum Händler XY und bestellt dort das Notebook für 500€.

Variante1: Ihr bestellt das Notebook zu euch und schickt es dann zum Kunden weiter. Variante2: Ihr bestellt das Notebook direkt zum Kunden.

Die Differenz vom Einkaufspreis bei XY zum Verkaufspreis beim Kunden ist euer Gewinn. In diesem Beispiel wären das nach „Adam Riese“100€ – Versand.

Variante1 wäre dann sinnvoll, wenn ihr eine GmbH oder ähnliches betreibt und dem Kunden eine Rechnung ausstellen könnt. Ihr müsstet dann die Rechnung vom Händler XY rausnehmen und gut aufbewahren. Danach legt ihr eure eigene Rechnung bei. Im Falle einer Reklamation, könnt ihr es so zum Händler zurückschicken und fungiert nur noch als Vermittler.

Variante2 bietet den Vorteil, dass ihr nichts mit späteren Reklamationen zu tun habt, da der Kunde die Rechnung gleich vom Händler XY erhält. Auch mit dem Versand habt ihr nichts weiter zu tun. Ein Nachteil wäre, dass der Kunde beim Erhalt der Rechnung sieht, wo es wirklich herkommt und wie viel es wirklich gekostet hat. Für manchen Kunden Grund genug, den Artikel innerhalb der Umtauschfrist zurück zuschicken, um danach noch einmal direkt beim Händler XY zum günstigeren Preis zu bestellen. Auch stimmen die Rechnungsbeträge nicht überein. Da der Kunde jetzt auf Ebay 600€ bezahlt hat und vom Händler XY eine Rechnung über 500€ erhält.

Meist reicht aber eine kurze Email oder ein Telefonat zum Händler aus, damit dieser eure Rechnung dem Artikel beilegt. Man sollte sich ohne hin vorher mit dem Händler in Verbindung setzen, um sicher zu stellen, dass die Ware auch wirklich in ausreichender Menge vorhanden ist. Ev. sollte man sich vorher den Artikel, zur Seite legen lassen. Auf diese Art und Weise lassen sich selbst Waren, die im Einkaufspreis zu hoch und zu riskant für einen Vorkauf wären, gewinnbringend an den Kunden bringen.

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