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Feb 26

Größte Bitcoin-Börse „Mt. Gox“ down: Millionen Benutzer fürchten um ihr Geld

mtgoxAls am Dienstag Morgen einige Benutzer der Bitcoins-Handelsplattform Mt. Gox Ihren Computer starteten, gab es ein böses Erwachen. Sie sahen eine weiße Seite. Die japanische Handelsplattform wurde von heute auf morgen abgeschaltet. Bereits im Vorfeld gab es einige Spekulationen. Mt. Gox hat am 7. Februar 2014 angefangen die Guthaben seiner Kunden einzufrieren. Wollte man sich Geld auszahlen lassen, so wurde man zur Verifizierung aufgefordert. Das war bis dahin sehr unüblich in dieser Branche. Doch selbst nach dem Einreichen der geforderten Dokumente, kam man nicht an sein Geld. Stattdessen wechselte das Unternehmen sogar seinen Firmensitz, was die Gerüchteküche noch weiter anheizte.

Wurde Mt. Gox zum Ziel eines Hackerangriffs?

Einem Dokument zufolge soll der Handelsriese über Jahre hinweg, durch eine selbst verschuldete Fehlerquelle, Bitcoins im Wert von rund 350 Millionen Euro an Hacker verloren haben. Das Unternehmen bestätigte diese Vermutung jedoch nicht. Sollte es stimmen, so kann davon ausgegangen werden, dass Mt. Gox pleite ist.

 

Experten warnen seit langem

Bitcoins wurden in Folge der großen Finanzkrise als alternative Währung eingeführt, die keinen Banken, Staaten oder sonstigen Regeln unterliegen. Die europäische Bankenaufsicht EBA hatte die Verbraucher bereits im vergangenen Dezember vor der virtuellen Währung gewarnt. Für das digitale Geld gäbe es keine Einlagensicherung. Die Coins und Handelsplattformen seien möglichen Hackerangriffen ausgesetzt. Außerdem schwanke der Bitcoin-Preis zu sehr. Letztes Jahr lag der Preis für einen Bitcoin bei über 700€. In diesem Jahr nur noch bei rund 400€.

 

Sinkt das Vertrauen in die Onlinewährung?

Vor kurzem wurde in einem Internetcafé in Berlin Kreuzberg der erste Bitcoin-Automat Deutschlands eröffnet. Nun fürchten die Händler einen starken Vertrauensverlust in die Währung. Der Sprecher des Bitcoin-Bundesverbandes „Jörg Platzer“ sagte, dass es sehr gefährlich sei sein Geld auf einer Plattform wie Mt. Gox zu hinterlegen, da sie keine richte Finanzdienstleitungsplattform sei und ihren Ursprung als Handelsplattform für Spielkarten habe. Er warnt davor die mittlerweile wertvolle Währung auf irgendjemandes Plattform zu hinterlegen, dessen Server man nicht selbst unter Kontrolle hat. Einige User verloren Bitcoins im Wert von über 2 Millionen Euro.

Der Bitcoin-Befürworter „Jörg Platzer“ gewann dem Aus der Plattform jedoch auch etwas Positives ab. Er sagte, dass das Aus einer einzigen Plattform jetzt wohl zu Folge hätte, dass niemand mehr so schnell sein Geld einer Handelsplattform ohne Proof of reserve Mechanismus (Nachweis der Reserve) zur Verfügung stelle. Andere Bitcoin-Plattformen distanzierten sich derweil. Der Vertrauensverlust sei die alleinige Schuld eines einzigen Unternehmens und nicht auf die gesamte Bitcoin-Branche übertragbar.

 

Rechtliche Schritte

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft New York gegen die Betreiber. Sie wurden vorgeladen und sollen eine Reihe von Dokumenten vorlegen. Wir bleiben an der Sache dran.

 

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