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Mrz 22

Powerseller bei Ebay werden: Darauf ist zu achten

ebay-powersellerHeute möchten wir Ihnen ein Geschäftsmodell vorstellen, das bereits vielen Menschen die Selbstständigkeit ermöglichte. Die Rede ist vom Modell des Ebay-Powersellers.

In unserer heutigen, digitalen Welt kann so ziemlich jeder ein Geschäft eröffnen. Wenn auch „nur“ virtuell. Ladenmiete und Personalkosten entfallen gänzlich. Es ist trotzdem möglich eine wesentlich breitere Zielgruppe zu erreichen, als mit einem herkömmlichen Ladengeschäft. Das belegen auch die Zahlen. Nach einer Statistik des deutschen Bundesamtes kaufen rund 43,2 Millionen Menschen online ein. Das sind rund 74% der deutschen Bevölkerung ab einem Alter von 10 Jahren.

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Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Verkauf eines Produktes über das Internet nicht nur auf Deutschland begrenzt. Die Welt ist ein ganzes Stück näher aneinander gerückt. Man kann seine Artikel problemlos auch international anbieten und versenden.

 

Das Modell „Powerseller“

Das A und O bei dem Modell „Powerseller bei Ebay“ ist die richtige Produktwahl bzw. die richtige Nische. Es macht ehrlich gesagt heutzutage kaum noch Sinn, MP3-Player oder ähnlich oft angebotene Artikel zu verkaufen. Dafür tummeln sich bereits zu viele Haie im Becken. Sie sollten ein Produkt wählen, an das Sie möglichst günstig im Einkauf kommen. Achten Sie darauf, dass die Konkurrenz dieses nicht günstiger anbietet als Sie. Sonst haben Sie keine Chance.

Doch wo können Sie ein Produkt günstig einkaufen? Die richtige Antwort auf diese Frage lautet fast immer: Im Ausland. Viele Artikel werden dort einfach viel günstiger hergestellt als in Deutschland. Vor allem bei kleineren Mengen lohnt sich der Einkauf in Deutschland fast nie. Es sei denn Sie kennen einen Großhändler, der Ihnen ein wirklich gutes Angebot macht oder Sie kaufen Konkursware ein. Dann lassen sich auch mit Waren aus Deutschland größere Gewinne erzielen und sie sparen sich die Zollgebühren.

Eine Top-Anlaufadresse im Ausland ist und bleibt nach wie vor die internationale Trading-Plattform Alibaba.com.  Hier können Sie mit Händlern aus aller Welt Kontakt aufnehmen und um den Einkaufspreis feilschen. Berücksichtigen Sie aber auf jeden Fall die Sitten des jeweiligen Landes. In manchen Ländern ist feilschen sogar verpönt. Was Sie jedoch auf gar keinen Fall tun sollten, ist eine frühzeitige Überweisung per Western Union. Leider tummeln sich auf Alibaba auch ein paar schwarze Schafe, die nach dem Erhalt der Zahlung keine Ware versenden. Um eine solche negative Erfahrung zu vermeiden macht es Sinn, sich vorher eine Probe schicken zu lassen. Nutzen Sie auch einen Zahlungsverkehr der sicher ist. Beispielsweise, Paypal, Skrill oder Banküberweisung. Keinesfalls Western Union!

 

Darauf ist zu achten

Eine enorm wichtige Rolle für den Verkäufer spielen die Kundenbewertungen. Eine gute Bewertung ist ein Indiz für Seriosität. Sie sollten also stets bemüht sein, gute Bewertungen von Ihren Kunden zu erhalten. Das gelingt Ihnen vor allem durch eine schnelle und unproblematische Lieferung aber auch das Produkt an sich sollte qualitativ nicht schlechter sein, als in der Beschreibung angegeben. Wenn es doch einmal zu einer Reklamation kommt, sollten Sie dem Kunden möglichst schnell und unproblematisch sein Geld zurück erstatten und die Versandkosten tragen. Das ist immer noch besser als eine schlechte Bewertung. Es ist sinnvoll bei Ebay einen kostenlosen Versand anzubieten. Machen Sie den Artikel dann lieber ein paar Euro teurer.

Bevor Sie starten sollten Sie einige Sachen im Vorfeld klären. Gehen Sie am besten die nachfolgende Checkliste durch und beantworten Sie sich selbst die Fragen ehrlich. Dann können Sie böse Überraschungen vermeiden:

  • Wie viele Artikel kann ich Anfangs bestellen?
  • Wie sieht es mit der Lagerhaltung aus?
  • Was für Zollgebühren fallen an?
  • Ist der Verkauf meines Artikels wirklich lukrativ? Bestellen Sie am Anfang nicht zu viel. Sie möchten wohl kaum auf einer Containerladung Schrott sitzen bleiben.
  • Muss ich ein Gewerbe anmelden?
  • Wie hoch ist mein Gewinn?
  • Ist mein Händler seriös?
  • Wie hoch sind meine Versandkosten?

 

Brauche ich ein Gewerbeschein?

Das hängt ganz klar von der Menge der Artikel ab, die Sie bei Ebay verkaufen. Es wurden schon Händler abgemahnt, die nur 25 Artikel pro Monat bei Ebay ohne Gewerbeangabe anboten. Wenn Sie mehr als 15 Artikel pro Monat bei Ebay verkaufen, sollten Sie eine Gewerbeanmeldung in Betracht ziehen. Auch wenn Sie immer dieselben Artikel anbieten, ist eine Gewerbeanmeldung ratsam. Powerseller müssen auf jeden Fall ein Gewerbe anmelden. Sonst kann es teuer werden. Ebay hat nun reagiert und ein eigenes Rechtsportal in´s Leben gerufen, auf dem man sich über alles Wichtige informieren kann.

 

Wie melde ich ein Gewerbe an?

Die Anmeldung eines Gewerbes in Deutschland ist recht einfach und je nach Art auch billig. Sie nehmen 30 Euro und gehen damit zum nächsten Gewerbeamt Ihrer Stadt. Dort füllen Sie ein simples Formular aus und sind fertig. Es ist ratsam sich im Vorfeld Gedanken über die Art des Gewerbes zu machen. Beispielsweise der Onlinehandel mit XY. Gehen Sie hauptberuflich einer anderen Tätigkeit nach, müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber klären, ob er damit einverstanden ist, dass Sie einer weiteren Tätigkeit nachgehen wollen.

 

Was ist dann zu tun?

Nachdem Sie ein Gewerbe angemeldet haben, beginnt jedoch erst der „Stress“. Nun brauchen Sie abmahnsichere AGB´s, Rückgaberecht-Informationen und Widerrufs- und Impressum-Daten. Außerdem müssen Sie darauf achten, dass Sie bei jedem Kauf eine Rechnung mit fortlaufender Rechnungsnummer versenden und archivieren.

Das Gewerbeamt wird eine Meldung an das Finanzamt, an die IHK, die Berufsgenossenschaft, das Gewerbeaufsichtsamt, das statistische Landesamt und an das Handelsgericht schicken. Ab sofort gelten Sie nämlich offiziell als Existenzgründer.

Will man sich das Leben etwas leichter machen und Geld sparen, so gehen Sie zum Finanzamt und beantragen dort die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Diese besagt, dass wenn Sie im ersten Jahr weniger als 17.500€ und im zweiten Jahr nicht mehr als 50.000€ Umsatz machen, keine Umsatzsteuer anfällt. Das bedeutet wesentlich weniger Arbeit und es ist auch nicht sehr Wahrscheinlich, dass Sie die Umsatzgrenzen übersteigen. Es ist dabei auch ganz egal, ob Sie im Januar oder August Ihr Gewerbe eröffnen. Die 17.500€ zählen immer für den Rest des Jahres. Also bei einer Anmeldung im August für 4 Monate, 17.500€ und im Januar für volle 12 Monate, 17.500€. Es wird also nicht Anteilmäßig berechnet. Lassen Sie sich außerdem eine Umsatzsteuernummer zuteilen.

Als nächstes sollten Sie unbedingt einen Existenzgründerberater der zuständigen Kammer, zum Beispiel der IHK, aufsuchen und sich beraten lassen. Mit ihm können Sie auch die Unternehmensform klären. (Einzelfirma oder GmbH?)

Danach ist ein 1-2 stündiges Beratungsgespräch bei einem Anwalt sinnvoll. Dabei sollte geklärt werden, ob Sie mit Ihrem Handel irgendwie verklagt werden können und ob Sie gegen das Wettbewerbsrecht, das Fernabsatzgesetz oder gegen Markenrechte verstoßen. Sie sollten an diesem Punkt wirklich nicht geizen und sich auch wasserdichte, maßgeschneiderte AGB´s anfertigen lassen. Klären Sie im Vorfeld den Preis. Es lohnt sich, wenn Sie so teuer Abmahnungen vermeiden.

Jetzt sollten Sie noch eine Betriebshaftpflichtversicherung bei einem Versicherungsberater abschließen. Die ist dann besonders sinnvoll, wenn es doch einmal zu einem Haftpflichtfall kommt. Dann haben Sie nämlich mit den Forderungen nichts zu tun und Ihre Versicherung regelt alles für Sie.

 

Umstellung des Ebay-Accounts von „privat“ zu „gewerblich“

Wenn Sie alle Punkte abgearbeitet haben, können Sie nun endlich anfangen zu verkaufen. Doch Vorsicht! Bevor Sie wieder anfangen, müssen weitere Punkte unbedingt eingehalten werden:

Sie müssen Ihren Ebay-Account von „privat“ zu „gewerblich“ umstellen. Noch besser ist es, wenn Sie sich gleich einen neuen Account anlegen.

Weiter müssen Sie dem Kunden ein Widerrufs- und Rückgaberecht von zwei Wochen einräumen, falls man den Kunden vor Vertragsabschluss in Textform über sein Widerrufsrecht belehrt hat. Falls Sie das versäumt haben und den Kunden erst nach dem Versand der Ware über sein Widerrufsrecht belehren, müssen Sie ihm sogar einen ganzen Monat einräumen. Des weiteren hat der Kunde Garantieansprüche von zwei Jahren. Um Ihre Seriosität zu unterstreichen, sollten Sie dem Kunden von sich aus eine zeitlich begrenzte Geld-zurück-Garantie anbieten.

 

Anbindung eines eigenen Onlineshops

Ab einer gewissen Verkaufsmenge macht es Sinn, einen eigenen Onlineshop an Ebay anzubinden. Das schafft gewisse Vorteile und eine gewisse Seriosität. Die erfreuliche Nachricht ist, dass man dafür heutzutage keine Programmierkenntnisse mehr braucht. Es gibt hervorragende Komplettlösungen. Das, unserer Meinung nach, Beste ist das von Plentymarkets. Was das so alles kann, sehen Sie in diesem Video:

 

 

Richtig werben

Um den Umsatz Ihres Onlineshops zu steigern, sollten Sie sich auch nicht für kundenorientierte Werbung zu schade sein. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Lesen Sie dazu auch unseren Bericht „der eigene Onlineshop„, denn es gibt wesentlich mehr als nur Google-Adwords. Auch wenn Google der größte Partner ist.

 

Weitere Änderungen

Jetzt folgen noch einige Informationen zu den Veränderungen, die mit der Gewerbeanmeldung einher gehen:

  • Seine erzielten Einkünfte muss man als Gewinn-Überschuss-Rechnung in die Einkommensteuer ab einem Freibetrag von 7664 Euro angeben. Darunter greift die Kleinunternehmer-Regelung.
  • Für Brutto-Umsätze über 17.500 € im ersten Jahr und über 50.000 Euro im zweiten Jahr, kommt die Umsatzsteuer hinzu. In diesem Fall muss man die Umsatzsteuer an das Finanzamt bezahlen und die USt muss auf der Rechnung angegeben werden. (Rechnung + Impressum!)
  • Ab Gewinnen über 24.500 € ist man gewerbesteuerpflichtig.
  • Es können Veränderungen bei Kranken- und Rentenversicherung eintreten; auch hier lohnt ein Telefonat.
  • Einfache, monatliche Buchführung über alle Handelsaktivitäten ist notwendig.

 

Die häufigsten Abmahngründe

  • Fehlendes oder unvollständiges Impressum: Das vermeiden Sie indem Sie es von einem Anwalt prüfen lassen.
  • Verstoß gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs (UWG).
  • Verstoß gegen die PAngV (Preisangabeverordnung): Es ist wichtig, dass Sie dem Kunden den absoluten Endpreis angeben. Also inklusive Versandkosten und Mehrwertsteuer.
  • Fehlerhafte oder gar fehlende allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB´s): Wie bereits erwähnt, sollten diese rechtssicher und maßgeschneidert sein. Kontaktieren Sie unbedingt einen Anwalt. Außerdem ist es wichtig, dass die AGB´s auch bei Ebay angezeigt werden.
  • Verschleierung der Unternehmereigenschaft: Sie dürfen sich als gewerblicher Verkäufer nicht als privater Verkäufer ausgeben. Die Unternehmensart muss also angeben werden wie auch die Umsatzsteuer-ID.
  • Verstoß gegen das Fernabsatzrecht: Es ist wichtig, dass Sie den Kunden über das Widerrufs- und Rückgaberecht belehren, sowie ihm die Vertragsbestimmungen inkl. AGB´s übersenden.
  • Verstoß gegen Urheber- und Markenrecht: Sie sollten keine Produktfotos verwenden, von denen Sie nicht die Urheberrechte besitzen. Doch auch kopierte Stadtkarten können schnell ins Geld gehen. Benutzen Sie lieber Google-Maps.

 

Abgemahnt und was dann?

Suchen Sie als Erstes Ihren Rechtsanwalt auf. Jetzt lohnt es sich, das Ihnen zugesendete Abmahnschreiben so umzuformulieren, dass man eine rechtswirksame Unterlassungserklärung abgibt und auf die Zahlung der Anwaltskosten mit dem Hinweis verzichtet, dass man die Rechtmäßigkeit des Abmahngrundes nicht anerkennt. Der daraus resultierende „kleine Rechtsstreit“ ist für die meisten Anwälte nicht rentable und man hört in den meisten Fällen nichts mehr.

 

Fazit

Auch wenn man auf einige Punkte achten muss, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wenn man alle Punkte beachtet und sich Hilfe bei einem Rechtsanwalt und Steuerberater sucht, kann eigentlich recht wenig schief gehen. Wenn Sie diese Liste einmal abgearbeitet haben, haben Sie es hinter sich. Bevor Sie damit aber anfangen, sollten Sie erst einmal sicher stellen, dass es sich auch lohnt. Verkaufen Sie am Anfang einige, wenige Produkte bei Ebay über einen privaten Account und testen Sie. Sobald Sie mehr als 15 Produkte pro Monat verkaufen können, lohnt sich die Anmeldung eines Gewerbes erst. Dann ist Sie jedoch auch sehr schnell ratsam.

 

Hinweis: Für alle, auf dieser Seite angegebenen Informationen, übernehmen wir keine Gewährleistung.

 

 

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